Joes Grottenøl
Am Samstag, dem 5.Juli bekamen wir die Gelegenheit, unser Bier mit echtem Felsquellwasser zu brauen und obendrein noch einen nicht mehr genutzten Bierkeller wieder seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen.

Als der Hausherr dann noch durchblicken lies, daß er die Grillarbeiten persönlich übernehmen werde und auch die Versorgung mit Getränken gesichert sei, gab es keine Frage mehr:

Wir brauen in Lauter.

Also: am Samstag Morgen flink die Brauerei verladen, Hopfen, Malz und Hefe eingepackt und los gings.

Da wir ja nun einen neuen, stärkeren Brenner besitzen, waren wir frohen Mutes, doch beim Aufbau wurden der an Rückschläge gewöhnte Braukontor abermals auf eine harte Probe gestellt:

Der Schlauch der Gasversorgung passt irgendwie so gar nicht an den Brenner ran..

Der Besuch mehrerer Bau- und Werkzeugmärkte bringt letzlich die Erkenntniss:

Das Gewinde am Brenner hat eine andere Steigung als das an der Verschraubung des Gasschlauchs. Vermutlich amerikanisch oder spanisch. Ein Hoch auf die Standards und Normungen.

Nach dem Kauf von diversen Kleinteilen und dem Einsatz von Säge, Schleifbock und Messer passt es dann aber doch. Mittlerweile ist Mittag.

Das Quellwasser steht bereit und es wird eingemaischt..

Die Verzuckerungsprobleme vom Alpha-Sud haben wir dieses Mal nicht ansatzweise. Der erste Jod-Test wird sofort gelb. Zum Einen haben wir diesmal wohl besser aufgeschlossenes Malz, zum Anderen haben wir ja jetzt eine Wärmeisolierung am Maischgefäß, was eine homogenere Verteilung der Hitze schaffen soll.

Von den etwas höheren Temperaturen abgesehen ist die Vorgehensweise im Prinzip die gleiche wie beim letzten Sud. Allerdings haben wir dieses Mal helleres Malz, mehr Hopfen und wollen die Ausschlagmenge etwas erhöhen.

Da wir den Senkboden zu den Seitenwänden abgedichtet haben, klappt das Läutern nun noch besser als vorher!

Der Läuterbottich ist randvoll geworden, die Kapazitätsgrenze ist hier wohl erreicht. Wenn wir mehr brauen wollen, müssen wir uns wohl was größeres zulegen.

Unser Braupersonal ist routiniert und führt alle Arbeitsschritte umgehend aus.

DasAnschwänzen ist bereits so in Fleisch und Blut übergegangen, dass man nebenbei problemlos telefonieren kann.

Während sich ein Teil der Brauer nun um das Kochen der Würze kümmert (Eine etwas starke Schaumbildung erforderte hier eine feinere Einstellung der Wärmezufuhr), werden unter kontinuierlicher Zufuhr regionaler Bierspezialitäten Berechnungen angestellt.

Der Extraktgehalt der Kockwürze ist mit 18°P derart hoch ausgefallen, dass wir hier noch einige Liter Quellwasser zugeben können. Schliesslich wollen wir (noch!) kein Starkbier brauen.

Die gekühlte Würze wird also im geschlossenen Fass zu einem Gärkeller an einem geheimen, gut versteckten Orte verbracht.

Dort wird dann die Hefe zugegeben und das Gärbehältniss in bewährter Art und Weise verschlossen. Die durchsichtige Folie garantiert eine ungespundete (drucklose) Gärung, erlaubt freie Sicht und Entnahme von Proben.

Die etwa 33 Liter Anstellwürze haben am Ende einen Extraktgehalt von 14°P.

Oben der traditionsreiche Keller. Er ist in den Felsen gehauen und viele Meter tief. Diese natürliche Lagerstätte weist eine konstant niedrige Temperatur auf, die selbst jetzt in den warmen Sommermonaten kaum schwankt.

Der Transport des Fasses erfolgt durch reine Muskelkraft. Leider ist es auch etwas eng, nebenenanderlaufen ist nicht möglich.

Ein Umfüllen im Keller wird durch die fehlende Beleuchtung zu schwierig.

Allen Strapazen und Schwirigkeiten zum Trotz sind wir unserem Ziel, Erlangens bestes Bier zu brauen, wieder einen Schritt näher gekommen.

Braukontor (06.07.2008)